Get your freak on.
12 AprIch liege gerade nichtsahnend in meinem I-love-New-York-Shirt (ein I love New York Thsirt zu tragen, wenn man noch nie da war, ist in etwa so cool, wie sich in den 90er Jahren von Freunden Hard-Rock-Cafe-Shirts mitbringen zu lassen, idealerweise als Fälschung auf einem spanischen Wochenmarkt gekauft oder beim Türken des Vertrauens, hinter dem All-in-Club in Antalya...) auf meinem Sofa, rauche genüßlich eine, ärger mich darüber, dass ich meinen Weinöffner nicht finde und werde angeskyped. Habe mich schon gewundert, wer Nachts mal wieder was von mir will (kann ich aber verstehen, würde nachts auch an mich denken...) und es ist Paddy.”Ich denke schon wieder an Dich. Schlaf schön, Venus.” Paddy ist Geschäftsführer eines megaerfolgreichen Internetstartups in Hamburg und Paddy hat mich genau einmal in seinem Leben gesehen: Beim Vorstellungsgespräch-im Juli 2010.
Seit diesem Moment gibt es für Paddy kein Halten mehr, dass ich die Frau of his life bin. Woher das kam habe ich auch mal versucht zu ergründen und möchte erstmal einen Auszugs meines letzten aktiven (Betonung liegt hier auf aktiv, denn seit diesem Moment habe ich keinen einzigen Ton mehr von mir gegeben, weil ich diesen Typen hochgradig unseriös finde, auch wenn der Gedanke an ein Leben in Wohlstand und ohne Erwerbsarbeit reizt...) Gesprächs darstellen:
Kopfschlag.
4 AprSo, heute bin ich mit einem Schlag, im wahrsten Sinne des Wortes, wieder
ins Leben zurück gekommen. Habe ja neuen Job in Hamburg und wollte mal
gaaanz fachmännisch in unser Werk gehen und mich da mal technisch n
bisschen aufschlauen lassen (das Wort ist fast so, wie ganz NAH am Markt
dran zu sein oder das Ohr an der Mannschaft zu haben..alternativ ging auch
noch: Ich reschedule – gesprochen riskedjule – das noch mal..) Wer schon
mal das Wort Arbeitsschutz gehört hat, weiß, dass es sich anbietet, so
einen schönen orangen Sturzhelm zu tragen, wogegen ich mich natürlich
lautstark gewehrt habe (habe heute pinke Hose an – stellt Euch das mal vor,
wie das aussieht, wahrscheinlich wie n Clown), konnte mich aber
bedauerlicherweise nicht durchsetzen und habe widerwillig meinen
Pferdeschwanz in diesem entstellenden Ding von Helm arrangiert (im Werk gibt es nämlich immer noch richtige Männer, da muss man gut aussehen!!!) und innerlich den Ingenieur und seine
schlauen Sprüche alá Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste verflucht,
habe etwas von Stil und gutem Aussehen gebrummelt und auf einmal macht es
KRACH! Als ich wieder zu mir gekommen bin, habe ich gefragt, wo der Krach
herkam – tja und dreimal dürft ihr raten- mir ist ein ICE-Teil (warum auch nicht, habe auch schon mal gelesen, dass Frau von Meteoritenteilen erschlagen wurde, warum nicht ich von ICE-Bauteilen??) auf den
Kopf, also auf den Sturzhelm, gefallen. Davon bin ich in meinen hohen
Schühchen gestolpert und gestürzt- Und dann lag ich da, wie n Maikäfer aufm
Rücken: Höm, Dickie, komm, nicht weinen, Dickie, bitte nicht weinen, Du
bist hier unter Männern, reiß Dich zusammen. Lustig, wie ich bin, habe ich
dann erstmal vorgeschlagen, in der Kantine Currywurst zu essen und auf die
Fragen, ob es denn ginge, habe ich nur gesagt: Nun ja, kleine Schläge auf
den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen (finde ich übrigens großartig, dass
ich auch in wirklich prekären Situationen noch einen kühlen Kopf bewahre
und mich von meiner lustigsten Seite zeige).
Das mit dem Denkvermögen kommt mir eigentlich ganz gelegen, weil manchmal
zweifel ich auch echt an meiner Verstandeskraft. Habe mich ja nun wirklich, wirklich nach Kräften bemüht, mich von meiner allerbesten Seite zu zeigen und mir alle Ratschläge meiner
Freundinnen einverleibt und zu Herzen genommen: „Zeig mal n bisschen mehr Emotionen“, „Du musst
ihm immer sagen, wie toll Du ihn findest“, „Venus, das ist n Mann – Du
darfst nicht immer so unabhängig sein“, „Venus, zeig Dich verletzlich“,
„Venus, bitte gib dem ganzen ne Chance, das ist n Guter“, „Venus, reiß Dich
doch einmal zusammen“ und „Venus, nicht lange fackeln“ (hahah, wer mich
besser kennt, weiß, dass ich der größte egozentrische Soziophat vorm Herrn
bin und wer Tom interviewt, wüßte das Freundlichkeit und Gefühlsbekundungen nun wirklich nicht zu meinen Stärken gehören…) – naja und so habe ich halt irgendwann angefangen, bei jeder
Gelegenheit, ob passend oder nicht, zu brabbeln: „50, ich finde Dich
toll.“ „50, Du bist der Größte“ und „50, man bin ich dankbar.“ (Habe dann Brigitte gefragt, für was ich konkret, dankbar sein solle. Antwort: Dass Du so viel von ihm lernen kann- ich: hä? Sie: Ja, der ist Dir n Stück voraus. Ich: Du kennst den doch garnicht, der ist noch unreifer als ich. Sie: Ne, unreifer geht nicht. Finde immer super, was meine Freundinnen so für ein Bild von mir haben...)
Ich habe dann wirklich nach bestem Wissen und Gewissen alle Floskeln, die ich so aus
meinen Liebesfilmen kenne, aufgezählt und versucht, nachzustellen (das hat
in Eppendorf auch hervorragend geklappt, wie man weiß- kann mich heute noch nur von
Tütensuppe und Wasser ernähren, weil das Taxi so teuer war…
Habe dann bei meinen Freundinnen auf Verständis gehofft und nur betroffene Blicke geerntet… Zumindest dann fand ich meine Performance doch nicht mehr so cool, wie gedacht...) . Und, Schwestern, und? Ich kann Euch sagen, es ist einfach nur anstrengend, nervig, macht mich aggressiv und ständig komme ich mir so vor, als sei ich
auf einer Überholspur, auf der ich immer ins Schlingern gerate. Als sei ich im Autoscooter und warte nur darauf, dass mir jemand mal in die Seite kracht. Nichts mit Verkehrsübungsplatz oder so- ne, alter, Autobahn, linke Spur und Tempo 240 und das ohne Führerschein in nem Trabbi.
Ich komme mir vor, als würde ich Erwachsensein nur spielen und innerlich hoffen, dass
Venus ausm Smaland abgeholt wird. Aber, und jetzt werde ich mal wieder ganz philosophisch – diese Schläge auf dem Hinterkopf, was die aus einem machen – ist das nicht in unserer Generation
so: Wir können und wollen alles, und irgendwie auch nichts. Wir haben n
bisschen Angst, wissen nur leider nicht wovor und haben diese nahezu
stoische Gelassenheit, weil wir wissen, passieren kann uns eigentlich
nichts. Wir wollen eigentlich n Freund und aber trotzdem auch nur den
Perfekten, weil wir sowieso das Beste verdienen und wir wollen aber auch
keine Kompromisse, weil das haben wir auch nicht nötig. Grundsätzlich haben
wir eigentlich gar nichts nötig, weil wir alles erreichen können, wenn wir
nur wollen. Das haben wir gelernt und so sitze ich hier und frage mich, wie
alt ich eigentlich wirklich bin und was ich eigentlich will- Falls jemand n Antwortvorschlag hatte, ich wäre n dankbarer Abnehmer, bin leicht beeinflussbar und Gruppenzwang (mit mir als Anführer- Folgt mir, weiß auch nicht wo es langgeht...) hat mich schon immer zu hervorragenden Ergbnissen gebracht und den anderen viel Ärger.
50, dieser Hund (ok, man muss ihm zugute halten, er hört HipHop und ist damit ganz weit vorne), hat mir auch noch die Frage gestellt: Sach mal, Venus Mopsi Morgenstern, wer bist Du eigentlich wirklich und wie bist Du eigentlich wirklich. Und jetzt, mit der leichten Gehirnerschütterung habe ich da lange drüber nachgedacht und bin zu einem erschreckend einfachen, wie auch vielleicht enttäuschenden Ergebnis gekommen. Ich bin so, wie ich mich gebe. Genau das bin ich (Will so bleiben, wie ich bin, Du darfst...). Ich bin das kleine Mädchen, dass zu doof ist, n Nagel gerade in die Wand zu schlagen, ich bin auch die Businessfrau, die sich von ICE-Teilen erschlagen lässt und ich bin auch die, die sagt, Du bist der Größte, weil ich denke, das könnte jetzt vielleicht gerade gut sein bzw. müsste gut sein und ich bin auch die, die gerne Moet in Massen trinkt und sich danach für wonderwoman hält (OMG… jetzt dreh ich durch… hahahahah ) Ich bin auch keiner von den Charakterhelden, der sein weiches Herz hinter einer hammerharten (is ja hammerhammerhart, da ist einiges am Start...) Fassade versteckt. Bei mir gibt es keine Fassade und auch keine Mauern oder so, das ist alles vollkommener Humbug. Ich bin das, wie ich mich verhalte und das was andere in mir sehen (kriege ich jetzt für so eine bedeutungsschwangere Aussage den Literaturnobelpreis?? Würde mir unheimlich gut stehen, da bin ich mir sicher… und meine ELtern sind auch keine Terroristen, nur weil ich ne Bombe bin...).
Ach und einen habe ich noch: Ich habe mich jetzt wieder bei finya angemeldet und an alle Moralapostel, die jetzt mal wieder den Zeigefinger heben, I don´t care. Ich bin zwar grundsätzlich der Meinung, dass ich Gegner und keine Opfer brauche, aber mein Sensationsdrang muss befriedigt werden und außerdem brauch ich neuen Stoff für neue Geschichten. Obwohl 50 wahrscheinlich n ganzes Buch füllen würde, aber da ist vielleicht der Titel vom nächsten Kapitel.
Also, ich kühle mir jetzt mal meine Birne, mir ist schon ganz schwindelig vom ganzen Denken und hoffe mal auf spontane Besuche von Bewunderern und Möchtegernkrankenschwestern- weil das fänd ich doch mal wieder Hollywood und irre romantisch- so eine telepathische Eingebung, dass es mich Venus Mopsi Morgenstern mal am Kopf getroffen hat. Kopfschlag sozusagen.
Kuss, kuss kuss- und zu 50 fällt mir noch ein: 50 cent ist auch n geiler Rapper. Hate it or love it. I´m out.
Go, Hera, go.
9 FebIch vermiss Zeus, ich vermiss ihn sogar sehr. Aber ich kann nicht mehr mit ihm reden. Er hat mir gesagt, er hat sein Glück mit Helena-Semele gefunden- das war so in etwa das Schlimmste, was man mir sagen konnte.
Ich denke oft an ihn und ich habe ihn nicht vergessen, aber Hera hat in diesem Glück keinen Platz mehr- und der Platz, der meiner wäre, der Platz als alter gut-böser Geist ist nicht der Platz, der mir steht und manchmal muss man eben wissen, wann es Zeit ist zu gehen und nur noch ein eine Erinnerung zu bleiben. Und dieser Zeitpunkt ist zweifelsohne gekommen, auch wenn es weh tut. Aber life´s a bitch and then you die, hat immer ein alter Freund gesagt. Gleiches gilt auch: Mess with the best, die like the rest. Und das werde ich tun, ich mess with the rest und das Thema “die” verschiebe ich noch auf in 70 Jahren- also in diesem Sinne, ich habe Zeus in my mind, lasse ihm sein Glück mit Helena-Semele und mach mich auf die Suche, die Suche nach einem Leben ohne Zeus und mein eigenes Glück. Go, Hera, go!
Nur so.
21 NovDie Zeit heilt wunden, doch vergessen kann ich nicht. Die Zeit heilt Wunden, doch ich denke oft an Dich. Zeus und Helena- Semele sind jetzt schon ein Jahr, 4 Monate und 3 Tage zusammen und manchmal würde ich mittlerweile meine Seele an den Teufel verkaufen, um mit Zeus wieder zusammen zu sein. Mittlerweile bin ich auch der Überzeugung, dass kein Mensch mich so bedingungslos geliebt hat - der neue boyfriend besucht mich noch nichtmal, wenn ich krank bin und auch ansonsten mag er mich dann besonders gerne, wenn ich nicht ungefragt in Erscheinung trete… Höm.. Heute Nacht habe ich wieder von ihm geträumt, also Zeus. Wir haben uns durch Zufall gesehen, haben uns geküsst und ich habe gesagt: “Bitte geh nicht. Wenn wir jetzt zusammen bleiben, ist es für immer.” Naja und dann bin ich aufgewacht, vollkommen fertig- habe Fieber.
Wie auch immer. Ich wollte nur sagen, ich habe Zeus nicht vergessen und um das hier schlank zu halten, Zeus würde verstehen, wenn ich sage: “Ich will lieber stehend sterben, als kniend leben, lieber tausend Qualen leiden, als einmal aufzugeben.”
Und einen letzten habe ich noch: “Gehasst, verdammt, vergöttert, wir waren nie im Kirchenchor, wir waren wirklich keine Engel, doch jetzt sind wir kurz davor ( als ich zumindest… höhö…
)”
Habe auch überlegt, wie das wohl so ist, wenn Zeus und Helena-Semele heiraten oder vielleicht Eltern werden? Aber am meisten frage ich mich doch, wie lange hänge ich noch an Zeus und warum the hell habe ich eigentlich Schluss gemacht? I don´t know.
Flashback.
10 SepIch weiß, eigentlich wollte ich nicht mehr schreiben. Es gibt auch nichts mehr zu erzählen. Die Geschichte von Zeus und Hera ist am Ende. Es gab kein Happy End und es ist auch keine Fortsetzung in Sicht. Nichtsdestotrotz ist heute einer solcher Tage, an denen ich Zeus vermisse. Ich war spazieren- vier Stunden lang und ich habe viel nachgedacht und da war es wieder, dieses kleine fiese Stechen, die Gedanken daran, wie es wäre, wenn und überhaupt. Ich habe mich kurz auf eine Bank an der Alster gesetzt, auf das Wasser gestarrt und das letzte Jahr Revué passieren lassen- gerne hätte ich ihn neben mir gehabt, er hätte meine Hand gehalten und wir hätten uns von unseren neuen Leben erzählt und von dem letzten Jahr und in die Zukunft gelugt. Wir hätten irgendwann still nebeneinander gesessen, irgendwann wäre einer aufgestanden und gegangen- ohne Worte, aber immer wissend, dass es da jemanden gibt, der einen vermisst und der einen versteht.
Ich hoffe Zeus geht es gut und vielleicht vermisst er mich auch manchmal und die Zeit, die wir hatten.
Das ist jetzt ungefähr 3 Männer her…und jetzt bist Du weg.
19 JulDas letzte mal als ich so richtig ausgelassen war, das war mit Dir damals auf Sylt in der Sansibar.. Wir schwammen besoffen nachts im Meer, das ist jetzt ungefähr 3 Männer her.
Und genau ein Jahr ist es her, dass Zeus mir erzählt hat, dass er eine süße Maus hat. Na sowas. Ein Jahr, in dem sich mein Leben von heute auf morgen komplett gewandelt hat, ein Jahr, in dem ich den schlimmsten Liebeskummer hatte und ein Jahr, in dem ich gemerkt habe, dass ich die Liebe meines Lebens aufs Spiel gesetzt und verloren habe.
Was ist aus mir geworden? Ich habe einen neuen Freund. Höm. Ja. Einen neuen Freund, aber keinen neuen Zeus. Ich wohne mittlerweile in Hamburg, bin 2 kg leichter und habe kurze, blonde Haare. Ansonsten bin ich die alte geblieben, nur mit einer großen Narbe auf meinem Herzen. Nicht mehr und nicht weniger. Hera halt. Tiger Tapfer und einfach die coolste Frau, die es gibt. Zeus habe ich in etwa 3 Mal gesehen, jedesmal war er mir ein bisschen fremder- aber das ist wohl der Gang des Lebens- die neue Frau hinterlässt ja auch Spuren. Tja. Aber in meine Fußstapfen passt sie trotzdem nicht.. (hahah, gott sei Dank habe ich zumindest noch meine alte Boshaftigkeit behalten…)
Diesen Tag möchte ich zum Anlass nehmen, diesen Blog hier zu beenden. Ich habe Zeus nicht wiederbekommen, aber ich habe Weisheit gewonnen (scheiß auf die Weisheit…)- ein Jahr, ein verdammt langes und auch schweres Jahr geht vorbei, welches ich mit dem Lied von Udo Lindenberg und Nena abschließen möchte. Jetzt bist Du weg. Ich denke, dem habe ich nicht mehr viel hinzuzufügen, außer vielleicht, dass Zeus wissen soll, dass ich ihn sehr sehr dolle geliebt habe- auf meine Art. In diesem Sinne- weiter gehts und auf ein neues Jahr. Hera.